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1001 Nacht(beobachtungen) - Der Meldemarathon in der Earth Night am 23. September. 21.09.2022


(Berlin) Die Nacht ist zum Schlafen da? Nicht für alle Lebewesen: Über die Hälfte aller Tiere ist während der Dämmerung oder in der Nacht aktiv. Diesem heimlichen Leben wollen das Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei (IGB), der Verein StadtNatur und das Leibniz-Institut für Zoo- und Wildtierforschung (Leibniz-IZW) mit der Aktion „lebendige Nacht“ auf die Spur gehen. Während der Earth Night vom 23. auf den 24. September wollen wir in ganz Deutschland mindestens eintausend- und eine Wildtierbeobachtung vorwiegend nacht- und dämmerungsaktiver Tierarten wie Dachs, Fledermaus oder Fuchs sammeln.

„Mit dieser Aktion wollen wir auf die dunkle, meist unbemerkte Hälfte des Tages, ihre Bedeutung und die Schönheit ihrer Lebewesen aufmerksam machen“, sagt Franz Hölker, der am IGB die Projekte zur Erforschung der Lichtverschmutzung leitet.

Über die Hälfte der Tiere macht die Nacht zum Tag

Ob Fledermaus, Dachs, Igel oder einer der wunderschönen Nachtfalter – die dunkle Hälfte des Tages hat einige spannende Tiere zu bieten. Darunter sind Arten, die wir nur selten entdecken können, wie Eulen oder Sieben- und Gartenschläfer. Aber auch Lebewesen, an denen wir oft achtlos vorbeigehen. Mehr als die Hälfte aller Tierarten sind dämmerungs- oder nachtaktiv. Da wir Menschen überwiegend am Tag aktiv sind, entgeht uns so ein faszinierender Teil der biologischen Vielfalt. Kaum jemandem ist bewusst, dass viele nächtliche Insekten einen großen Anteil der Bestäubung unserer Nahrungsmittel und seltenen Pflanzen erledigen.

Der Verlust der Nacht

Der Lebensraum dieser Tiere – die Nacht, oder genauer die dunkle Nacht – ist ein bedrohtes und weltweit immer selteneres Gut. Durch immer mehr künstliche Beleuchtung verschwindet die natürliche Dunkelheit und das bringt einige Organismen in Schwierigkeiten. Zu viel künstliches Licht in der Atmosphäre, die sogenannte Lichtverschmutzung wirkt sich negativ auf Tiere, Pflanzen und auch auf uns Menschen aus. Viele Studien weisen darauf hin, dass Lichtverschmutzung Krebskrankheiten und psychische Erkrankungen fördern kann. Neben der intensiven Landwirtschaft und Pestiziden trägt sie zum Insektensterben bei. Sogar Pflanzen brauchen den Wechsel von Licht und Dunkelheit: Stadtbäume, die künstlichem Licht ausgesetzt sind, bilden im Frühling zu früh Blätter und werfen sie im Herbst zu spät ab. Dies kostet viel Energie und schadet so den Bäumen langfristig.

Alles zur Aktion

Bis zum 30. September können Bürgerinnen und Bürger in ganz Deutschland Sichtungen von nacht- und dämmerungsaktiven Arten melden und helfen künstliche Lichtquellen zu erfassen. Meldungen mit Foto sind besonders hilfreich, aber jede Meldung zählt!

Earth Night – Marathon: Eintausend und eine Nacht(Beobachtungen)

Mit Eurer Hilfe wollen wir es schaffen, im Rahmen der Earth Night 2022 (vom 23. auf den 24.9) mindestens 1001 Meldungen zu sammeln. Dadurch könnt Ihr uns zum Beispiel helfen herauszufinden, welche Tiere sich ins „Scheinwerferlicht“ trauen und welche nicht.
Schnappschuss gemacht? Dann gibt’s was zu gewinnen!

Wer Sichtungen mit Bild meldet, kann zudem an unserem Fotowettbewerb teilnehmen. Egal, ob Handy-Schnappschuss, Wildkameraaufnahme oder hochauflösendes Foto – für Eure spannenden, witzigen, schönen oder ungewöhnlichen Bilder gibt es tolle Preise zu gewinnen. Über die Gewinner entscheidet Ihr mit.

Auf https://www.stadtwildtiere.de/aktion-lebendige-nacht finden sich alle wichtigen Informationen zur Teilnahme!

Kontakt für Fragen und Anregungen:

Sarah Kiefer und Sophia Kimmig, Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei (IGB);

E-Mails: sarah.kiefer@igb-berlin.de, sophia.kimmig@igb-berlin.de